Beim St.-Michael-Jahresempfang in Berlin hat Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, dazu aufgerufen, in einer Zeit zunehmenden Misstrauens das Vertrauen in Kirche, Politik und Gesellschaft neu zu stärken: „Nicht auf die Unglückspropheten und Angstmacher richtet sich unser Blick, sondern auf Kooperationen der Hoffnungsvollen, mit denen wir gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung eintreten wollen.“

Vor rund 600 Gästen – darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundesministerin Karin Prien – erinnerte Bischof Bätzing daran, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung ein „Zufriedenheitsparadox“ gebe: „Ich frage mich: Wie können wir persönlich Auskommen, Frieden, Freiheit genießen und uns zugleich in einem kollektiven Tonfall des Misstrauens, der Gereiztheit und der Dauerunzufriedenheit einrichten?“


Bischof Bätzing betonte zugleich die Hoffnung auf eine dienende Kirche: „Ich finde diese perspektivische Ausrichtung … ungemein tröstlich und ermutigend. Bedeutet die Rückkehr zu einer dienenden Kirche doch auch, dass sich die Überbringerin der Botschaft aus einem für viele anstößigen Selbstwiderspruch befreien und ihrer Botschaft zu neuer Kraft verhelfen kann.“ Hoffnung wächst dort, wo Menschen sich zusammentun – nicht aus Angst, sondern aus Zuversicht.




Musikalisch wurde der Abend neben dem Julian Stolze Swingtett von Tom Dayan und Wassim Mukdad begleitet. Tom Dayan (Percussion) ist ein israelischer Musiker und lebt seit 2009 in Berlin. Wassim Mukdad ist in Leipzig geboren, ging vor der Wiedervereinigung mit seiner Familie nach Syrien, flüchtete 2014 aus Syrien und kam nach einem zweijährigen Aufenthalt in der Türkei 2016 in Berlin an, wo er jetzt lebt und arbeitet. Das Musik Duo spielt zusammen Lieder aus jüdischen und arabischen Traditionen und versteht seine Musik als Friedensbotschaft. In diesem Sinne sind auch sie ein sehr gutes Beispiel für eine „Kooperationen der Hoffnungsvollen“.




